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Umstieg auf....

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satmax
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Umstieg auf....

Beitrag von satmax » 28. September 2015, 06:43

Hallo,

ich habe vor ca. 1-2 Jahren ein Cli**er Programm ganz erfolgreich auf Xbase++ umgestellt (praktisch neu geschrieben, full GUI). Der Aufwand war vertretbar, eines der größten Probleme war der DBF Zugriff im Netz. Daher habe ich auch gleich auf SQL umgestellt (SQLExpress mit MS-SQL). Weiters verfügen wir noch über VC++/MFC Programme, die machen ca. 2/3 unserer Anwendung aus. Da es suboptimal ist, wenn zwei Entwickler mit unterschiedlichen Programmier-Systemen arbeiten überlege ich einen Wechsel.

Als Datenbank verwenden wir schon jetzt den SQL Server als gemeinsame Datenbasis für all unsere Programme (C++/MFC und Xbase++), das ist nicht das eigentliche Problem. Der SQL Server wird auf jeden Fall bleiben. Winforms haben wir übersprungen, WPF dürfte auch nicht mehr ganz der letzte Schrei sein, ist aber noch relativ alternativlos.

Aktuell sieht unser Plan so aus:

.Net
C# (VC 15)
Entity Framework (6.0)
List&Label (LL)
Delerik oder DevExpress mit WPF


Alternativ möchte ich mir WinDev auch noch ansehen. Aber nur wenn der MS-SQL Server und LL sinnvoll verwendbar ist. Aus diesem Grund habe ich mich auch hier in diesem Forum angemeldet.Im Web habe ich nicht nur positives gelesen. Da gibt es eine ganze Reihe von Usern, die den Support von Windev kritisieren und bemängeln das einige Bugs seit Jahren nicht gefixt werden. Natürlich habe ich auch positives über Windev gefunden.

Wie sind Eure Erfahrungen mit Windev? Insbesondere mit größeren Projekten. Hat man da auch "alle" Freiheiten bei der Programmierung oder ist man eher etwas eingeschränkt?

Beste Grüße
Markus

Herbert
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Re: Umstieg auf....

Beitrag von Herbert » 29. September 2015, 08:06

Hallo Markus
Zur Frage externe Db: Da gibt es ein klares ja. Alle gängigen DB-Server, sowie der eigene mitgelieferte Server laufen tadelleos. Man muss diesen entsprechend ansprechen. Bei einigen Datenbanken,so auch beim SQL-Server, kostet die Software "SQL Native Access" ein klein wenig, welche aber nur für den Server verwendet wird, also nicht je für zugreifende Clients.
HDescribeConnection definiert in diesen Fällen den Zugriff
HChangeConnection spricht die einzelnen Daten an.
Lokal wird wie bekannt angesprochen mit HOpen.
Nach diesen Definitionen kann überall mit demselben Code gearbeitet werden. In unseren Applikationen kann nachtäglich mit demselben Programm z.B. auf einen SQL-Server gewechselt werden. Die bestehenden Daten müssen natürlich dorthin übertragen werden, was mit dem mitgelieferten HFSQL-Control Center erledigt werden kann.

Betreffend L&L gibt es Einträge in den Foren, dass dies mittels API-Aufrufe eigentlich gut funktionieren sollte. Eventuell weiss hier jemand dazu Genaueres. Windev hat ja auch einen eigenen Report-Generator. Da stellt sich die Frage, wie komplex deine L&L-Dinge heute sind, um eine eventuelle Integration zu prüfen.

Zu deinen allgemeinen Bemerkungen: Jede Software hat Fehler. Ich selber kann von gutem Kundenkontakt sprechen, einige Dinge wurden auch gleich repariert (zuletzt ging es um die Verschlüsselung von Ausdrücken wegen Unicode). Andere eher ärgerliche Dinge werden tatsächlich nicht so angepackt, allerdings stört dies nicht die aktuelle Problemlösung.
Generell ist es so, dass jährlich eine neue Version herausgegeben wird, die man als Upgrade kaufen muss. Die Kosten sind tragbar. Viele neue Dinge sind jeweils vorhanden (z.B. neu ein Dashboard).

Wie ich hier im Forum bereits schrieb, das Umschreiben von Xbase auf Windev ist gut lösbar, Vieles ist identisch, man muss halt die IDE berücksichtigen und entsprechend die Events mit Code bestücken. Alle Anliegen konnten gelöst werden. Das neue Programm kommt mit den vielen zusätzlichen Vorzügen, welche Windev ermöglicht, bei den Kunden gut an. Dabei verwende ich keine der damals zugekauften Tools mehr.
Nachteile sehe ich insbesondere bei den Programmierern, welche viele Dinge selber Codierten (Owner-Drawing und spezielle Tabellen).

Gesamthaft habe ich für mich die richtige Entscheidung getroffen - ich habe damals vor dem Umstieg auch Einiges mir angesehen. Kann behaupten, dass die Programmierung der Windows-Oberfläche grundsätzlich wesentlich weniger Aufwand bedeutet und daher mehr Zeit gibt, die eigentlichen Inhalte bearbeiten zu können. Schneller ist man dadurch ohnehin.

Eine weitere Frage, die sich stellt, ist, welcher Art deine Programme sind. Geht es in Richtung Web, so müsste das Webdev näher angeschaut werden, geht es in Richtung Mobile, die mobile Version, sonst das eigentliche Windev.

Lewi
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Re: Umstieg auf....

Beitrag von Lewi » 30. September 2015, 19:44

Hi,

hinsichtlich der Einbindung von SQL-Servern hat Herbert bereits alles gesagt und dem gibt es nichts hinzu zu fügen. Zudem verfügt WD über einen eigenen, leistungsstarken und zudem kostenlosen DB-Server, der im Zusammenhang mit einer WD weiter gegeben werden darf.

Zunächst glaube ich, dass die Lernkurve mit WinDev ungleich höher sein wird, als unter C#. Als langjähriger xBase++-Entwickler war für mich der Umstieg auf WD eher leicht. Wenn man das Konzept von WD verstanden hat, ist das Entwicklen mit WD "easy going". Das liegt auch daran, das WD zahlreiche, mächtige Programm-Funktionen zur Verfügung stellt.

L&L läß sich durch .NET-Assemblies einbinden. Ferner könnte L&L auch als Active-Komponete eingebunden werden oder durch den Aufruf von DLL-Funktionen. Möglichkeiten gäbe es einige, wobei ich selbst keine ausprobiert habe, da ich L&L nicht nutze, weil ich mit internen Reportgenerator bisher alle meine Problemstellungen lösen konnte.

Hinsichtlich der von Dir beschrieben Bugs ... kann ich nichts zu sagen, weil ich bisher auf keine gestossen bin. Ich habe einigen, auch teilweise sehr komplexe Programme unter WinDev entwickelt. Die SOAP V2 Schnittstelle wird aktuell nicht unterstützt. Diesbzüglich bin ich auf eine erste Grenze gestossen.

Viele Grüße
Olaf

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klammerauf
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Re: Umstieg auf....

Beitrag von klammerauf » 12. November 2015, 13:35

Hallo Markus,

zuerst mal willkommen im Forum.

Die meisten Dinge wurden hier schon gesagt. Ich habe selbst mehr als 10 Jahre meines Lebens qualvoll mit Xbase++, SQLExpress, ADS und L&L zugebracht.

Was mich an Xbase++ enorm gestört hat, war der enorme Aufwand den man betreiben musste, um eine ordentliche GUI hinzubekommen. Selbst die elementarste Darstellung von Daten in Form von Tabellen war so fehlerbehaftet und ... :@ Ich krieg alleine durchs schreiben schlechte Laune. Schluss jetzt.

Wenn Xbase++ das Mauerblümchen war, das ungeschminkt in einen Jutesack gekleidet dastand, dann ist WinDev das genaue Gegenteil: eine Hochglanzblondine im Abendkleid, super gestylt. Dem Mauerblümchen konnte man noch hübsche Klamotten anziehen und auch die Möglichkeiten durch Dritt-Anbieter-Produkte steigern, aber es hat nix geholfen, schön ist anders. Bei der WinDev Blondine ist es wie im Leben. Hinter der schönen Fassade entdeckt man eben doch recht schnell das eine oder andere Manko. Und es fehlt oft die Möglichkeit nachzubessern, weil das gar nicht vorgesehen ist (Thema ownerdrawing).

Nicht vergessen darf man, dass WinDev von einer französischen Firma programmiert wird. Die englische Version ist immer die Übersetzung der zuerst erscheinenden französischen Version. Und leider wird man öfters mit französichen Meldungen konfrontiert, als einem das lieb ist. Zusätzlich sind viele Übersetzungen in der Anleitung als auch im Programm hm sagen wir mal gewöhnungsbedürftig. Kleines Beispiel: in der englischen Print-Preview stehen die für den Druck auswählbaren Netzwerdrucker als z.B. "DE-MAL-PRT-025 among 192.168.45.xxx". Die ganze Print-Preview lässt sich in V20 zwar übersetzen. Aber 'among' kann nicht geändert werden in 'at'.
printer_preview.png
printer_preview.png (19.04 KiB) 8061 mal betrachtet
Thema Bugs, ja, stimmt, es gibt welche. Werden die behoben? Keiner weiß es so genau, denn es gibt z.B. keinen offiziellen Bugtracker, wo man sich den Status anschauen könnte. Hier ist die Kommunikation in Richtung Community sehr schlecht.

Ebenso schlecht ist es um die Verbreitung von WinDev bestellt. Kaum einer außerhalb von Frankreich kennt die Programmiersprache. Hier ist WinDev leider eine Exotin. Und das ist gegenüber potentiellen Auftraggebern immer schlecht.

Jetzt die andere Seite. WinDev hat sooooo viele Dinge schon eingebaut, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Ich geb auf, bevor ich angefangen habe. Schau dir einfach jeweils die Neuerungen der Version 19 und 20 an, um da einen Überblick zu bekommen. Fakt ist, mit WinDev kann ich ziemlich schnell eine Anwendung schreiben, die Daten wunderschön darstellt. Erfassung von Daten geht einfach und schnell, kaum Code notwendig. Anbindung an die großen DBMS wie MS-SQL, Oracle oder MySQL ist per SQL schnell und einfach erledigt. Funktionen für Anbindung über Schnittstellen nach außen sind reichlich vorhanden. Es gibt zahlreiche Variablentypen, die weit über das hinausgehen, was Xbase++ kann. WLanguage ist leicht zu lernen und bei weitem nicht so restriktiv wie z.B. Xbase++ ( "String " + nZahl).

Ein weiterer Vorteil: kenne ich mich mit WinDev aus, komme ich auch recht schnell in WinDev mobile rein. Mit ein wenig Übung erstelle ich Anwendungen für mobile Barcodescanner (Windows CE) und schreibe Apps für Android und iOS.

Und um auf deine Situation einzugehen: List und Label hab ich noch nicht probiert, weil der in WinDev eingebaute Reportgenerator wirklich sehr gut ist. Ein anderer Punkt ist dafür um so wichtiger: du kannst .NET assemblies nicht nur mit WinDev erstellen, sondern auch mit z.B. C# erstellte in WinDev verwenden. Schau doch mal hier:

http://doc.windev.com/en-US/?2012005

Damit steht einer gemischen Verwendung (WinDev vs. C#.NET) wesentlich weniger entgegen als z.B. C#.NET vs. Xbase++. Gerade weil du auch Winforms und WPS angesprochen hast, warum nicht die Core-Componenten mit C# entwickeln und die GUI mit WinDev? WinDev unterstützt seit der Version 20 auch das Model-View-Presenter Modell (MVP).

Viel Erfolg bei der Auswahl.

Sebastian

satmax
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Re: Umstieg auf....

Beitrag von satmax » 1. Mai 2016, 19:20

Kann ich mit WinDEV auch für Windows 10 Mobile entwickeln?

Herbert
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Re: Umstieg auf....

Beitrag von Herbert » 3. Mai 2016, 10:15

Du kannst Funktionen entwickeln, aber für die Erstellung der passenden Executables und Begrenzungen der jeweiligen Plattformen (Win, Android, Ios) brauchst du das Mobile.

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Re: Umstieg auf....

Beitrag von satmax » 3. Mai 2016, 10:45

Danke, war falsch ausgedruckt. Meinte WIndev mobile. Laut PC Soft wird mit der V21 Windows 10 mobile voll unterstützt.

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